Das Moldrickx-Quartier in Kinderhaus wächst

Seit Mitte 2023 entsteht auf dem Gelände der früheren Gärtnerei Moldrickx in Kinderhaus ein ganz neues Stadtquartier. „Ein vielfältiges, durchmischtes und sozialverträgliches Quartier, das Wohnungen zu bezahlbaren Preisen bietet, soll in den kommenden Jahren am Langebusch in Kinderhaus entstehen“, heißt es dazu bei der Stadt.

Äußeres Zeichen dieser Pläne ist der Baubeginn des ersten Gebäudes, einer Kita. Seit Juni laufen die Arbeiten, mittlerweile sind die Dimensionen der Kita sichtbar.

Die Kita im Neubaugebiet Langebusch/Moldrickx ist als langgestrecktes Gebäude geplant. Jeweils vier Gruppen kommen im Erd- und im Obergeschoss unter Foto: Stadt Münster/Grafik: Schriever
Vielfältig nutzbar von der Kita bis zum gemeinschaftlichen Wohnen: So sieht der Plan für den städtischen Teil des ehemaligen Moldrickx-Geländes in Kinderhaus aus. Abbildung: Stadt Münster/Amt für Immobilienmanagement

Knapp 10 Mio Euro soll die Kita kosten und im 3. Quartal 2024 bereits fertiggestellt werden, heißt es bei der Stadt. In der Kita entstehen 44 Plätze für Kinder unter drei Jahren sowie 96 Plätze für Kinder über drei Jahren. 

Das ist zudem geplant:

„Neun Baugrundstücke für Mehrfamilienhäuser sollen an die Wohn + Stadtbau übertragen werden, darunter auch die fünf Mehrfamilienhäuser mit öffentlich geförderten Wohnungen“, erklärt Stadtkämmerin Christine Zeller. „Die Wohn + Stadtbau ist ein verlässlicher Partner für uns, der mit gedämpften Mieten das Miet- und Preisniveau hier in Münster stabilisieren kann – sowohl bei den frei finanzierten als auch bei den öffentlich geförderten Wohnungen, wenn die Mietpreisbindung ausläuft.“

Hiermit wird ein weiterer Teil des Ratsbeschlusses, Grundstücke in Höhe von insgesamt rund 50 Millionen Euro an die Wohn + Stadtbau zu übertragen, umgesetzt. Die neun Grundstücke mit einer Größe von knapp 10 000 Quadratmetern haben ein geschätztes Gesamtvolumen von rund 5,9 Millionen Euro.

Die Stadt Münster hatte etwa drei Viertel des Areals in Kinderhaus nach den Richtlinien der Sozialgerechten Bodennutzung Münster (SoBoMü) angekauft – rund 28 000 Quadratmeter Bauland. „Wir haben im Vorfeld die unterschiedlichen Bedarfe im Stadtteil genau untersucht und auf dieser Basis ein ganzheitliches Vermarktungskonzept entwickelt“, sagt der für die Vermarktung zuständige Fachstellenleiter Markus Hengstmann vom Amt für Immobilienmanagement. „Ziel ist, dass im Baugebiet möglichst viele Menschen bezahlbaren Wohnraum finden und sich der Stadtteil ausgewogen weiterentwickeln kann.“

Daher soll hier von der Quote von 60 Prozent öffentlich gefördertem Wohnraum bei Mehrfamilienhäusern abgewichen werden – obwohl die SoBoMü sie eigentlich vorschreibt. In direkter Umgebung befinden sich in Kinderhaus nämlich 1200 geförderte Wohneinheiten, der Stadtteil übernimmt damit bereits eine hohe Integrationsleistung. Um ein stabiles Quartier zu schaffen, soll der Anteil öffentlich geförderten Wohnraums daher 35 bis 40 Prozent betragen.

Die weiteren Grundstücke wird die Stadt Münster nach der niedrigsten Startmiete (frei finanzierte Mehrfamilienhäuser), dem besten Konzept (gemeinschaftliche Wohnformen) sowie sozialen Kriterien (Reihenhausgrundstücke) vergeben. Die Vermarktungen sind für 2023 geplant, dann sollen auch die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sein. Bei allen Gebäuden werden der Energiestandard „Effizienzhaus/-gebäude 40“ sowie die Installation von Photovoltaikanlagen Pflicht sein. Mit dem Bau der Kindertagesstätte soll es Ende dieses Jahres losgehen.

Das ist im neuen Quartier in Kinderhaus geplant:

  • Fünf Mehrfamilienhäuser mit öffentlich gefördertem Wohnraum, darunter Wohnungen für gemischte Haushalte, große und kleine Familien, Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung.
  • vier Mehrfamilienhäuser mit frei finanzierten Mietwohnungen
  • zwei Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen
  • zwei Mehrfamilienhäuser für gemeinschaftliche Wohnformen
  • ein Gebäude mit Wohnungen, Gewerbe und einem Begegnungsraum für alle Bewohnenden
  • zehn Baugrundstücke für Reihenhäuser
  • eine Tagespflegeeinrichtung für ältere Menschen
  • eine Kindertagesstätte für acht Gruppen.

Und so sieht es Anfang September auf dem Gelände aus:

Vorgeschichte:

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