Graffiti-Panne an der Hafenkäserei

Das war ein Spektakel. Am Stadthafen 1 hatte im Mai 2016 die Hafenkäserei gerade eröffnet, da gab es im Frühjahr 2017 schon Ärger.

Und zwar um ein Graffiti, das die Fassade im Erdgeschoss großflächig mit „Käsemotiven“ versah. Das sorgte für einen Streit zwischen den Architekten Jochen Hartig und Ralf Wömpner einerseits und den Eigentümern des Gebäudes auf der anderen Seite.

Ausgelöst hatte den Streit eine deutliche Stellungnahme des Bund Deutscher Architekten Münster-Münsterland (BDA). Mit Blick auf die Skulptur Projekte 2017 befürchtete der BDA, die Stadt Münster werde sich mit der „absurden Verhunzung“ der ambitionierten Architektur vor der internationalen Kunstszene blamieren. Insbesondere mit Blick auf den später hochfrequentierten Steg von Ayse Erkmen durch das Hafenbecken, mehr oder weniger direkt auf das Gebäude der Hafenkäserei hin.

Der BDA verwies darauf, dass er sich in seiner Gestaltung stets vielen Qualitätskontrollen unterwerfen müsse und das Graffiti die eigene Arbeit beeinträchtigen werde.

Weil vielen Menschen die bunte Fassade gefiel, gab es am Ende sogar eine Petition für den Erhalt der Fassadenmalerei. Rund 1.400 Unterschriften sammelten die Macher dafür ein.

Die Hafenkäserei 2017 am Stadthafen.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtplanung, Jörn Möltgen (Grüne) bedauerte Ende Mai 2017, dass die Bemalung verschwinden müsse. Es gehe da wohl weniger um die Entwicklung des Stadtbildes, „sondern um den alleinigen Schutz der Urheberrechte von Architekten“.

Dennoch: Am Ende erließ das Landgericht Bielefeld eine einstweilige Verfügung, die am Ende zu einer Einigung führte – und die Bemalung verschwand.

Hintergrund: Schon 2012 wurden Pläne bekannt, nach denen Paul Söbbeke am Stadthafen ein Grundstück für die Errichtung einer Käserei kaufen wollen. Seine Tochter Ann-Paulin Söbbeke betreibt die Käserei.

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